Die mexikanische Tochter der brasilianischen Neobank: zuerst Kreditkarten, jetzt der Aufbau von Einlagen, Finanzierungen und einer breiteren Produktpalette auf Basis einer Sofipo-Lizenz.

Mexikos 130 Millionen Menschen – Millionen von ihnen Stunden vom nächsten Geldautomaten entfernt – wollen ein vollständiges Nubank-Portfolio, nicht nur die violette Kreditkarte, die die Tür öffnete.

Nu México brachte seine violette Kreditkarte wenige Wochen vor Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 auf den Markt. Bis Dezember 2021 hatte die Muttergesellschaft an der NYSE notiert und dabei 2,6 Mrd. US-Dollar eingesammelt; die mexikanische Einheit – mehr als 500 Mitarbeiter – wurde aus dem Kapital von Nu Holdings sowie aus Kreditlinien internationaler Banken finanziert.

Im September 2021 übernahm Nu México Akala, ein Sofipo – einen lizenzierten Nichtbank-Fonds, der von der CNBV reguliert wird und typischerweise den informellen und unterversorgten Markt bedient –, wodurch Produkte möglich wurden, die ein Kartenherausgeber nicht anbieten konnte, einschließlich Einlagen. CEO Emilio González sagte gegenüber BNamericas, das Ziel sei ein breites Portfolio nach brasilianischem Vorbild – Kreditkarte, Einlagenkonto, Privatkredite, Versicherungen, Investitionen –, angepasst an den mexikanischen Verbraucher, mit Einstellungen in den Bereichen Technologie, Produktentwicklung und Design im Laufe des Jahres 2022.

Die Karte hatte innerhalb von weniger als zwei Jahren Nachfrage in großem Maßstab bewiesen – doch eine Neobank mit nur einem Produkt stößt an die Obergrenze des Kreditkartengeschäfts.

Der Kauf eines lizenzierten Sofipo ersparte Jahre des regulatorischen Wartens und verwandelte Kartenkunden über Nacht in Einlagen- und Kreditkunden.

Die Händlerpartnerschaften brachten Ratenkredite dorthin, wo Mexikaner ohnehin einkaufen, und machten die Karte nützlich, bevor das filiallose Netzwerk existierte.

Kapital nach dem Börsengang beseitigte die übliche Einschränkung in einem Markt unterhalb der kritischen Größe: González sagte, die Finanzierung werde „mehr als alles andere“ fortgesetzt, um Kreditsalden zu stützen.

Zuerst Distribution, dann Lizenz, dann Portfolio: Die Karte ist die Tür, der Sofipo ist das Gebäude, der Börsengang zahlt die Miete.

Das am 23. Dezember 2021 während der 25-tägigen Stillhaltefrist nach dem Börsengang veröffentlichte Interview enthielt keine konkreten Zahlen: Zu den Plänen gehörten Einstellungen in allen Funktionsbereichen, neue Produkte über Karten hinaus, fortgesetzte Investitionen in Mexiko und Kolumbien sowie der Sofipo Akala als Tor zu einer vollständigen Produktpalette für unterversorgte Kunden.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Backed with fresh IPO funds, what's next for Nubank in Mexico BNamericas · bnamericas.com ·